Die Verbindung von Quantencomputing und Künstlicher Intelligenz – kurz quantum ai schweiz – zählt zu den zukunftsweisendsten Technologiefeldern weltweit. In der Schweiz hat sich dieses Gebiet in den letzten Jahren rasant entwickelt und die Alpenrepublik zu einem der führenden Standorte in Europa gemacht. Gleichzeitig wird der Begriff „Quantum AI“ leider auch von Betrügern missbraucht, um dubiose Trading-Plattformen zu bewerben. Dieser ausführliche Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die echten Fortschritte, die wichtigsten Akteure, konkrete Anwendungen und die Risiken von Falschinformationen und Betrug.
Die Schweiz als europäisches Zentrum für Quantentechnologien
Die Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren systematisch als Quantum-Hub etabliert. Ein zentraler Meilenstein war die Gründung von QuantumBasel, dem Kompetenzzentrum für Quantum Computing und Künstliche Intelligenz auf dem Innovationscampus uptownBasel in Arlesheim bei Basel. Im Dezember 2024 wurde dort das erste kommerziell nutzbare Quantensystem in Betrieb genommen: das IonQ Forte Enterprise System. Im Laufe des Jahres 2025 wurde diese Partnerschaft mit dem US-Unternehmen IonQ weiter ausgebaut. QuantumBasel übernahm das bestehende System vollständig und erhielt zusätzlich ein neues IonQ Tempo-System. Damit verfügt das Zentrum über eine der leistungsstärksten Quantenplattformen Europas und dient als Schnittstelle zwischen Forschung, Industrie und Start-ups.
Weitere wichtige Institutionen und Unternehmen:
- Terra Quantum mit Sitz in St. Gallen gehört zu den international führenden Anbietern von Quanten-Software und hybriden Algorithmen. Das Unternehmen arbeitet mit Großkonzernen wie BBVA, Evonik und Airbus zusammen und hat 2025 mehrere Pilotprojekte erfolgreich abgeschlossen, etwa zur Optimierung von Derivate-Preisen und zur Geometrie-Optimierung in der Materialforschung.
- QAI Ventures in Basel ist ein auf Quantentechnologien spezialisierter Venture-Capital-Fonds und Accelerator, der 2025 sein Programm auch nach Asien ausdehnte.
- Die ETH Zürich und die EPFL Lausanne betreiben mit dem ETH Quantum Center und dem Center for Quantum Science and Engineering (CQSE) weltweit anerkannte Grundlagenforschung. Themen sind unter anderem die Fehlerkorrektur von Qubits, Quanten-Machine-Learning und hybride Quanten-KI-Systeme.
- Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) legt den Forschungsschwerpunkt „Quantum AI“ auf anwendungsnahe Optimierungsprobleme in Wirtschaft und Industrie.
- Die Universität Basel und die Universität Genf sind ebenfalls stark involviert, insbesondere in den Bereichen Quantensensorik und Quantenkommunikation.
Die Swiss Quantum Initiative (SQI), koordiniert von der Swiss Quantum Commission, erhielt für die Periode 2025–2028 zusätzliche Fördermittel in Höhe von rund 80 Millionen Schweizer Franken. 2025 wurde zudem das Internationale Jahr der Quantenwissenschaft und -technologie (IYQ) begangen, das mit zahlreichen Veranstaltungen wie der Swiss Quantum Week und dem Quantum Industry Day in Genf begleitet wurde. Der BRIDGE Quantum Call 2025 fördert gezielt Projekte, die Quantentechnologien in konkrete Anwendungen überführen.
Konkrete Anwendungen und Potenziale von Quantum AI
Quantum AI nutzt die Prinzipien der Quantenmechanik – Superposition, Verschränkung und Interferenz –, um Probleme zu lösen, die für klassische Computer praktisch unlösbar sind. In der Schweiz werden derzeit vor allem hybride Ansätze erprobt, bei denen Quanten- und klassische Computer zusammenarbeiten.
Wichtige Anwendungsfelder:
- Pharmazeutische Forschung und Medizin: Quantensimulationen ermöglichen eine deutlich schnellere Modellierung molekularer Wechselwirkungen. QuantumBasel arbeitet an Projekten zur Beschleunigung der Arzneimittelentwicklung und zur frühzeitigen Erkennung von Krebsmutationen.
- Finanzwesen: Quantenalgorithmen optimieren Portfolios, verbessern das Risikomanagement und berechnen komplexe Derivate-Preise in kürzester Zeit. Terra Quantum hat hier bereits erfolgreiche Piloten mit großen Banken durchgeführt.
- Logistik und Supply-Chain-Management: Multi-Objective-Optimierung für nachhaltige Produktionsprozesse und Verkehrsströme.
- Energie und Klimaforschung: Simulation von Batteriematerialien, Optimierung von Stromnetzen und genauere Klimamodelle.
- Künstliche Intelligenz: Quanten-algorithmen beschleunigen das Training großer neuronaler Netze und eröffnen neue Möglichkeiten für Generative AI.
Experten erwarten, dass bis etwa 2030 erste hybride Quantum-AI-Systeme in der Praxis reale Durchbrüche erzielen werden. Die Schweiz profitiert dabei von ihrer starken Industrie (Präzisionsmechanik, Pharma, Finanzplatz), ihrer politischen Neutralität und ihrer exzellenten Forschungsinfrastruktur.
Die Schattenseite: Betrug mit dem Namen „Quantum AI“
Leider nutzen Kriminelle den aktuellen Hype massiv aus. Unter dem Namen „Quantum AI Schweiz“ oder ähnlichen Varianten (quantumai.ch, quantumaischweiz.com, quantum-ai-swiss.com usw.) werden zahlreiche Trading-Plattformen beworben, die angeblich durch künstliche Intelligenz und Quantencomputing automatisiert Kryptowährungen handeln und hohe, risikofreie Renditen erzielen. Diese Seiten versprechen oft 10–20 % Gewinn pro Tag, nutzen gefälschte Testimonials und Promi-Endorsements und fordern schnelle Einzahlungen.
Die Realität ist ernüchternd:
- Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) hat mehrere dieser Plattformen auf ihre Warnliste gesetzt und betont, dass sie weder reguliert noch mit echter Quantentechnologie verbunden sind.
- Nutzerberichte auf Trustpilot, Reddit und in Schweizer Verbraucherforen beschreiben ein typisches Betrugsmuster: Nach der Einzahlung werden Gewinne angezeigt, Auszahlungen jedoch mit immer neuen Gebühren oder technischen Problemen verweigert.
- Die Betreiber sitzen meist im Ausland (oft Osteuropa oder Asien) und nutzen Call-Center, um Opfer unter Druck zu setzen.
Experten raten dringend:
- Investieren Sie nur über regulierte Broker und Banken.
- Ignorieren Sie Angebote, die „garantierte Gewinne“ oder „Quanten-Technologie“ als Verkaufsargument verwenden.
- Prüfen Sie jede Plattform auf der FINMA-Warnliste oder bei der Schweizerischen Bankiervereinigung.
Fazit und Ausblick
Die Schweiz steht 2025 an der Spitze der globalen Quantum-AI-Entwicklung. Institutionen wie QuantumBasel, Terra Quantum und die großen Universitäten treiben echte Innovationen voran, die in den kommenden Jahren konkrete wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile bringen werden – von schnellerer Medikamentenentwicklung über effizientere Energieversorgung bis hin zu besseren KI-Systemen.
Gleichzeitig zeigt der Missbrauch des Begriffs „Quantum AI“ durch Betrüger, wie wichtig Aufklärung und Vorsicht sind. Wer sich für das Thema interessiert, sollte seriöse Quellen wie die Swiss Quantum Initiative, QuantumBasel oder die ETH Zürich konsultieren – und die Finger von dubiosen Trading-Apps lassen.
Quantum AI ist keine Science-Fiction mehr, sondern eine reale Chance für die Schweiz. Der Fortschritt wird von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Unternehmen gemacht – nicht von anonymen Internetseiten, die schnellen Reichtum versprechen.